Die Gründung der Musikkapelle im Jahr 1894 ist auf 6 Männer zurückzuführen. Das waren die Gebrüder Reitsamer vom Heißbauern in Köstendorf (Josef, Johann und Matthias), Anton Girbl, Rupert Karl und Josef Sporer. Josef Reitsamer übernahm die Kapellmeisterfunktion. Nach einer mündlichen Überlieferung war die erste Ausrückung eine Feierlichkeit am St. Johannberg in Klein-Köstendorf. Die Kapelle konnte bereits zwei Märsche spielen, welche den ganzen Tag über dargeboten wurden. Belegt wird das Bestehen der Köstendorfer Musikkapelle im Jahre 1894 in der Salzburger Chronik dadurch, dass Dechant Johann Nep. Proschko am 31.12.1894 zum Ehrenbürger der Gemeinde Köstendorf ernannt wurde, und die Musikkapelle diese Feierlichkeit musikalisch umrahmte. 1898 erfolgte bereits die erste Einkleidung in die Veteranenuniform. Die Proben fanden immer am Sonntag Vormittag bis Mittag in der Tischlerei Winkler (jetzt Hemetsberger). Man setzte sich auf ein paar Bretter und die Probe konnte beginnen. Ein Grossteil der Musiker wurden aufgrund der musikalischen Fähigkeiten von Kapellmeister Josef Reitsamer ausgebildet und unterrichtet.

 

Interessant ist, dass zur damaligen Zeit die Blasmusiker wegen ihres häufigen Ausrückens auch in die Nachbargemeinden Schleedorf, Neumarkt, Strasswalchen und teilweise auch nach Lochen (OÖ) neben ihrem sonstigen Einkommen noch einen guten zusätzlichen Verdienst hatten. So wurde beispielsweise bei einem Begräbnis pro Musiker zwei Gulden, das entsprach einem Wochenlohn, bezahlt. Der Musiker nahm sich für den Arbeitsausfall einen Taglöhner, dem er 80 Kreuzer bezahlte.

Die Musikkapelle Köstendorf wurde über einige Jahrzehnte auch als "Heißmusi" bezeichnet. Zurückzuführen ist dieser Name auf die Gründer der Musikkapelle.

Anlässlich ihrer Hochzeit spendete Frau Maria Detsch der Musikkapelle am 5.7.1909 eine neue Tambourschärpe, welche von Tambourmajor (heute Stabführer) Anton Girbl getragen wurde. Die Schärpe und der Tambourstab sind auch heute noch im Besitz der Trachtenmusikkapelle Köstendorf.

Im Jahre 1925 konnte schließlich das 30jährige Gründungsfest gefeiert werden. Zu diesem Jubiläum zeigte sich die Musikkapelle Köstendorf in ihrer zweiten Uniform, die u.a. aus einer grauen Uniformbluse und einer Tellerkappe bestand. Bereits 18 Mann umfasste die Kapelle zu diesem Zeitpunkt, welche auch schon bei Gartenkonzerten in Salzburg musizierten.

1924 wurde durch die Musikkapelle Köstendorf ein Musikverein gegründet. Es wurden Statuten festgelegt und es konnten viele Mitglieder verzeichnet werden. Der Mitgliedsbeitrag wurde zum Ankauf von Instrumenten und Uniformen verwendet. Zwischen 1928 und 1930 kam es aufgrund von Meinungsverschiedenheiten zum Austritt vieler Mitglieder. Daraus folgte, dass auch die Musiker nicht mehr bereit waren, ihren Verpflichtungen nachzugehen. Schließendlich legte auch der damalige Kapellmeister Josef Reitsamer sein Amt nieder und verließ die Musikkapelle. Einige Wochen später wurde in einer eigens dafür einberufenen Sitzung die Auflösung des Vereines beschlossen. Die vom Verein angekauften Instrumente wurden durch eine Ablöse vom Krieger- und Veteranenverein (jetzt Kameradschaftsbund) übernommen, jedoch nicht in verwahrt. Unter der Bedingung, dass die Musiker weiter in der Musikkapelle mitwirken, wurden die Instrumente bei ihnen belassen.

1930 übernahm Josef Kohlberger aus Spanswag das Kapellmeisteramt und führte dieses bis ins Jahr 1934. Anschließend führte Josef Teufl aus Neufarn (jetzt zur Stadtgemeinde Neumarkt gehörend) dieses Amt weiter. Am 1.8.1937 feierte die Musikkapelle noch ihr 40-jähriges Gründungsjubiläum. Mit dem Anschluss an das Deutsche Reich erfolgte jedoch die Auflösung der Kapelle.

Am 28.April 1942 verstarb der Gründer und 1. Kapellmeister Josef Reitsamer in Abwesenheit vieler Musikkameraden.